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Geschichte des Goldes

Das chemische Element Gold mit dem Symbol Au (lateinisch: Aurum) wurde schon vor Tausenden von Jahren von den Menschen entdeckt. Anders als andere Metalle wie Bronze oder Eisen muss es nicht erst durch Feuer gewonnen werden, sondern kommt in der Natur gediegen, das heißt elementar, vor. Das gelbe, glänzende Edelmetall, dessen Name Gold von dem indogermanischen Wort ghel (glänzend) abgeleitet ist, lässt sich kalt bearbeiten, ist leicht legierbar und sehr korrosionsbeständig.

Aufgrund seiner Seltenheit und seiner besonderen Schwere wurde das farbige Metall schon früh zu rituellen Gegenständen und Schmuck als Zeichen der Macht und des Reichtums verarbeitet.

Gefunden in Wasserläufen, lässt sich die Geschichte des Goldes zu den frühen Hochkulturen an den großen Flüssen dieser Erde zurückverfolgen. Bereits vor 6000 Jahren gab es Zentren der Goldverarbeitung in Mesopotamien an Euphrat und Tigris, in Indien am Ganges, in Ägypten am Nil und in China am Jangtsekiang.

In Europa werden die ältesten Goldfunde im bulgarischen Warna auf ein Alter von 4400 Jahren datiert. Bedeutende Goldfunde früher Kulturen in Deutschland sind der goldene Hut von Schifferstadt (ca. 3000 Jahre) und die Himmelsscheibe von Nebra (ca. 2000 Jahre). Bereits vor 5000 Jahren stellte Gold ein beliebtes Tauschmittel dar, Münzen wurden jedoch erst ab 500 v. Chr. geprägt.

Gold war in allen Kulturen stets gleichbedeutend mit Einfluss und Reichtum und damit ein begehrtes Gut. Schon Homer berichtete über antike Abenteuer, bei denen immer wieder Heere um Gold kämpften. Zu allen Zeiten erfolgten Überfälle, Plünderungen und Eroberungsfeldzüge auf der Suche nach Gold und Macht.

Auch die Welt der Geschichten und Legenden belegt den Wert des Goldes für die Menschheit. Die Argonauten machten sich auf, das Goldene Vlies zu finden, die Heiligen Drei Könige brachten goldene Gaben zur Geburt Christi und der Heilige Gral wird bis heute gesucht.

In Mittel- und Südamerika kannten die indigenen Völker ebenfalls die Kunst der Goldbearbeitung. Spanische Eroberer, angelockt von Erzählungen über märchenhafte Schätze, brachten indianisches Gold nach Europa, um die unersättliche Gier nach Gold zu stillen.

Aber Gold stellt kein endlos vorhandenes Element dar. Besonders im Spätmittelalter glaubten die Menschen, mit Technik nachhelfen zu können. Alchemisten versuchten, aus einfachem Metall Gold herzustellen. Es gelangen ihnen zwar viele wichtige Entdeckungen, aber den Stein der Weisen fanden sie nicht.

So bleibt Gold bis in die heutige Zeit ein begehrtes Metall. Die wachsende Industrialisierung hat weltweit zu verbesserten Fördertechniken geführt. 80% allen Goldes wurden erst nach 1900 gefördert. Hauptproduzenten sind heute China, Australien, Südafrika und die USA. Jährlich werden ungefähr 2350 Tonnen Gold gewonnen.

Immer wieder haben Goldfunde, wie beispielsweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts am Klondike in Alaska, einen wahren Goldrausch ausgelöst. Reich werden die Goldabenteurer, ob in Australien, Afrika oder Südamerika, auch heute noch nicht. Im Gegenteil, die Abhängigkeit vieler Menschen vom Weltmarktpreis des Goldes, sorgt zunehmend für Elend und Armut vor allem in Rohstoff exportierenden Ländern.

Die Börsenkurse von Gold werden meist gleichbedeutend mit denen von Erdöl genannt. Vor allem in Krisenzeiten gewinnt die Wertanlage Gold massiv an Bedeutung, wie der jüngste Anstieg der Goldpreise während der Wirtschaftskrise 2008 gezeigt hat.

Reich sein